Betonkunst

Soll ich Ihnen etwas über Beton verraten?

Jeder kennt Beton. Oder? Wirklich?

Jeder kennt diese graue Masse mit Kieselsteinen. Daraus werden, weiß auch jeder, Häuser gebaut. Decken oder Brücken ohne Beton,  undenkbar.

Aber Kunst? Wie soll das denn gehen? Gießen? Dann muss man doch eine Form bauen. Geht natürlich. Das Zeug fließt doch immer nach unten, wohin auch sonst. Aber ein Gesicht ohne Gießform herstellen?

Ja, geht wenn man die richtige Mischung nimmt. Dann kann man alles damit machen. Nur die Phantasie setzt Grenzen.

Mit der Hand forme ich den Beton wie Ton. Bitte jetzt nicht mit Ton vergleichen.

Der Beton ist körnig, das muß er auch sein. Er braucht den Sand als Bindemittel. Ton weist kaum oder gar keine Körnung auf, je nach Schamottierung.

Sven Backstein, selbst Künstler, hat verschiedene Betonsorten für alle Bedürfnisse entwickelt.

Er steht auch gerne mit Rat zur Verfügung.

Ich verwende einen Modellierbeton der Momo heißt. Die maximale Körnung liegt bei 1,2 mm. Für meine Arbeiten noch so eben verträglich. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit das Finish ganz glatt hinzubekommen. Auch da bitte wieder auf Sven Backstein  zurückgreifen.

Wie gesagt:“Alles ist möglich“ Nur üben, üben, üben. Experimentieren. Natürlich lernt man in der Zwischenzeit kleine Tricks und Kniffe. Handwerkzeug? Minimalst. Hände und ein oder zwei Formhölzer und Zeitungspapier. Mehr nicht. Ach so, noch einen Seitenschneider für den Karnickeldraht.

Der Beton, den ich verwende, ist Frostfest.


Ich halte es so wie Hermann Hesse der schon in einem Brief an Felix Braun schrieb (allerdings über die Malerei und die Dichtung. Bei mir ist das Bildhauen und das Fotografieren)

 

Ob das objektiv einen Wert hat, ist einerlei; für mich ist es neues Untertauchen in den Trost der Kunst, den die Dichtung mir kaum noch gab. Hingegeben sein ohne Begierde, Liebe ohne Wunsch."

Ich kam, weiß nicht woher...

Ich kam, weiß nicht woher,

bin und weiß nicht wer,
leb, weiß nicht wie lang,
sterb und weiß nicht wann,
fahr, weiß nicht wohin,
mich wunderts, daß ich so fröhlich bin.
Da mir mein Sein so unbekannt,
geb ich es ganz in  Gottes Hand. -
Die führt es wohl so her wie hin,
mich wunderts, daß ich noch nicht traurig bin.

 

Hans Thoma (dt. Maler, 1839 - 1924)



                              ERSIEES


>> Weiter nach Gestalten und Gedanken >>